Was sind Mutationen des Estrogenrezeptors 1 (ESR1)?
Mutationen des Estrogenrezeptors 1 (ESR1) sind Resistenzmutationen in Brustkrebszellen, die dazu führen können, dass eine endokrine Therapie nicht mehr wirksam ist.1,2
ESR1-Mutationen entwickeln sich in Krebszellen nach der Exposition gegenüber bestimmten endokrinen Therapien.2 Diese Mutationen sind nicht erblich.3 Daher treten sie hauptsächlich bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs auf, bei denen eine endokrine Therapie der wesentliche Therapiestandard ist.2
ESR1-Mutationen werden zum Zeitpunkt der Erstdiagnose eines metastasierten Brustkrebses nur selten im Tumor gefunden, aber je länger eine Person mit fortgeschrittenem Brustkrebs einer endokrinen Therapie ausgesetzt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine ESR1-Mutation entwickelt.2,4,5
Dies bedeutet: Selbst wenn ein Tumor unter einer endokrinen Therapie weiter fortschreitet, aber keine ESR1-Mutation nachgewiesen wird, kann sich im Verlauf der Behandlung dennoch eine ESR1-Mutation entwickeln – in späteren Therapielinien ist die Wahrscheinlichkeit sogar höher (~40 %).2,4–8

Widerstand gegen Therapie
Krebserkrankungen können Wege entwickeln, wirksame Behandlungen zu umgehen, zum Beispiel durch Veränderungen in Genen – diese sind als Mutationen oder genetische Veränderungen bekannt.1
Resistenzmutationen können die Wirksamkeit von Behandlungen verringern und es dem Krebs ermöglichen, trotz der Therapie weiter zu wachsen. (Krankheitsprogression).1

Auswirkungen von ESR1-Mutationen auf die Behandlung von fortgeschrittenem Brustkrebs
ESR1-Mutationen machen den Krebs schwerer behandelbar und führen dazu, dass er sich schneller ausbreitet.5
Allerdings können ESR1-Mutationen nachgewiesen und analysiert werden und dienen dazu, Behandlungsentscheidungen zu unterstützen.1,5
ESR1-Mutationen spielen eine entscheidende Rolle im Management von fortgeschrittenem Brustkrebs.1,9

Das Wissen über den Biomarker-Mutationsstatus bei bei fortgeschrittenem Brustkrebs für Gene wie ESR1, PIK3CA, AKT1 und andere kann die klinische Entscheidungsfindung unterstützen, indem es dem Behandlungsteam hilft zu entscheiden, welche Therapieoptionen für Patientinnen geeigneter sind.1,9
AKT1: Serin/Threonin-Kinase 1; CDK4/6: Cyclin-D-Kinase 4/6; ESR1: Östrogenrezeptor 1; ET: endokrine Therapie; PIK3CA: Phosphatidylinositol-4,5-bisphosphat 3-Kinase katalytische Untereinheit Alpha.
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